IT-Sicherheit wird oft als Kostenfaktor gesehen – bis zum ersten Ausfall. Dann stellt sich heraus, dass die eigentliche Rechnung woanders aufgemacht wird: nicht bei den monatlichen Betreuungskosten, sondern bei dem, was Stillstand kostet.
Diese Rechnung lässt sich überschlagen. Und das Ergebnis überrascht viele.
Die offensichtlichen Kosten
Wenn die IT steht, entstehen zuerst Kosten, die sich leicht beziffern lassen:
Arbeitszeit
Zwanzig Mitarbeitende, die einen Tag lang nicht arbeiten können, kosten bei einem Vollkostensatz von 45 Euro pro Stunde rund 7.200 Euro – für einen einzigen Tag.
Wiederherstellung
Externe Unterstützung, Überstunden, gegebenenfalls neue Hardware. Je nach Umfang schnell mehrere tausend Euro.
Nacharbeit
Was während des Ausfalls liegen blieb, muss aufgeholt werden. Das verteilt sich über die Folgetage und ist selten in der Rechnung sichtbar, kostet aber Kapazität.
Die weniger sichtbaren Kosten
Deutlich schwerer zu beziffern, oft aber gravierender:
Entgangene Aufträge
Wer telefonisch nicht erreichbar ist und keine Angebote schreiben kann, verliert Geschäft – manchmal dauerhaft an den Wettbewerb.
Vertragsstrafen und Termindruck
In Branchen mit festen Lieferterminen kann ein zweitägiger Ausfall Konventionalstrafen auslösen.
Vertrauensverlust
Ein Kunde, der zwei Tage lang niemanden erreicht, fragt sich, wie zuverlässig die Zusammenarbeit insgesamt ist.
Meldepflichten
Sind personenbezogene Daten betroffen, greifen Fristen nach DSGVO – mit entsprechendem Aufwand und möglichen Konsequenzen.
Eine Beispielrechnung
Nehmen wir einen typischen mittelständischen Betrieb mit 25 Mitarbeitenden, der durch Ransomware drei Tage lang eingeschränkt arbeitsfähig ist:
| Position | Geschätzte Kosten |
|---|---|
| Ausfallzeit (25 Personen, 3 Tage) | ca. 27.000 € |
| Externe Wiederherstellung | ca. 8.000 € |
| Nacharbeit und Überstunden | ca. 5.000 € |
| Entgangene Aufträge | schwer bezifferbar |
| Summe (ohne Folgeschäden) | ca. 40.000 € |
Diese Größenordnung deckt sich mit Erhebungen zu Cybervorfällen im deutschen Mittelstand, bei denen häufig Schäden im hohen fünfstelligen Bereich genannt werden.
Die Gegenrechnung
Professionelle IT-Betreuung mit Monitoring, gepflegten Backups und aktueller Absicherung kostet für einen Betrieb dieser Größe typischerweise einen niedrigen vierstelligen Betrag pro Monat.
Rechnerisch bedeutet das: Wenn eine solche Betreuung auch nur einen einzigen ernsthaften Vorfall in mehreren Jahren verhindert, hat sie sich getragen.
Was sich nicht in Euro ausdrücken lässt
Neben den Zahlen gibt es einen Faktor, den Betroffene im Nachhinein oft als den belastendsten beschreiben: die Situation selbst. Tagelange Ungewissheit, ob Daten wiederkommen. Kunden, die vertröstet werden müssen. Mitarbeitende, die nicht arbeiten können.
Das taucht in keiner Kalkulation auf, prägt aber die Erinnerung an einen solchen Vorfall stärker als jede Rechnung.
Fazit
Die Frage ist selten, ob IT-Sicherheit zu teuer ist – sondern ob ein Ausfall bezahlbar wäre. Wer diese Rechnung einmal für den eigenen Betrieb aufmacht, sieht die monatlichen Betreuungskosten meist in einem anderen Licht.
Wie sähe die Rechnung für Ihren Betrieb aus?
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